Wasserqualität für Pferde: Was täglich in den Körper geht – und was du beachten solltest

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„Ein Pferd trinkt täglich 30 bis 60 Liter Wasser. Was in diesem Wasser steckt, geht täglich in den Körper. Schlechte Wasserqualität ist eine der am meisten unterschätzten Ursachen für Gesundheitsprobleme bei Pferden.“

Wasser ist das wichtigste Nahrungsmittel – für Menschen und für Pferde. Ein Pferd, das nicht ausreichend trinkt oder schlechtes Wasser bekommt, entwickelt langfristig Probleme: Darmträgheit, Kolikneigung, schlechte Nierenfunktion, reduzierte Verdauungsleistung. Die Wasserversorgung verdient mehr Aufmerksamkeit als sie in der Praxis bekommt.

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Wie viel Wasser braucht ein Pferd?

Der Wasserbedarf eines Pferdes hängt von Größe, Belastung, Temperatur und Fütterung ab:

  • Grundbedarf im Ruhezustand: 20–30 Liter täglich
  • Bei leichter Arbeit: 30–45 Liter
  • Bei intensiver Arbeit oder Hitze: bis zu 60–70 Liter
  • Säugende Stuten: bis zu 80 Liter täglich

Pferde, die Heu statt Weide bekommen, brauchen deutlich mehr Wasser, da Heu nur 10–15 % Wassergehalt hat, frisches Gras dagegen über 80 %.

Was im Tränkewasser problematisch sein kann

Algen und Bakterien: Offene Tränken in der Sonne entwickeln schnell Algenbelag. Blaualgen (Cyanobakterien) können für Pferde toxisch sein – sie produzieren Lebergifte und Nervengifte. Tränken müssen regelmäßig gereinigt werden, mindestens wöchentlich.

Nitrate: In landwirtschaftlichen Regionen oft erhöht, besonders im Grundwasser. Hohe Nitratbelastung stört den Sauerstofftransport im Blut und kann bei Fohlen zu Sauerstoffmangel führen.

Kalk: Sehr hartes Wasser kann die Nieren belasten und Harnsteine fördern. In vielen deutschen Regionen ist der Kalkgehalt sehr hoch.

Chlor: Leitungswasser enthält Chlor zur Desinfektion. Pferde nehmen Chlorgeruch wahr und trinken weniger, wenn das Wasser stark gechlärt ist.

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Wasserqualität verbessern – was wirklich hilft

Tränken regelmäßig reinigen: Mindestens wöchentlich, bei Hitze öfter. Kein Reinigungsmittelrückstand – nur klares Wasser.

Standort der Tränke: Im Schatten platzieren – Sonnenbestrahlung fördert Algenwachstum und erwärmt das Wasser auf Temperaturen, die Pferde ablehnen. Pferde bevorzugen kühles Wasser, besonders im Sommer.

Wassertest: Besonders bei Brunnenwasser oder in bekannt nitratbelasteten Regionen empfiehlt sich ein jährlicher Test auf Nitrat, Keime und Schwermetalle.

Wasseraufbereitung: Filterlösungen für Pferdetränken können Nitrate, Chlor und Schadstoffe reduzieren. Gerade bei Pferden, die wenig trinken oder häufig kolikverdächtig sind, lohnt sich ein Blick auf die Wasserqualität.

Kolik-Zusammenhang: In meiner Arbeit mit Pferdebesitzerinnen gibt es einen immer wiederkehrenden Zusammenhang: Pferde, die zu wenig trinken (weil das Wasser nicht schmeckt oder nicht frisch ist), neigen häufiger zu Darmträgheit und Verstopfungskoliken. Die Lösung ist oft einfacher als gedacht.

Meine Empfehlung für sauberes, hochwertiges Wasser

Was ich für Wasserqualität empfehle – für die ganze Familie und ihre tierischen Begleiter.

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