„Was wir über Trinkwasserqualität für uns wissen, gilt genauso für unsere Tiere – vielleicht sogar mehr. Denn Hunde und Katzen trinken im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr Wasser als wir.“
Haustiere haben eine einfache Beziehung zu Wasser: Sie trinken, was man ihnen gibt. Meistens ist das Leitungswasser – und das ist in Deutschland grundsätzlich sicher. Aber „sicher“ bedeutet nicht automatisch „optimal“. Gerade für Tiere, die täglich große Mengen trinken, lohnt sich ein genauerer Blick.
Was im deutschen Leitungswasser steckt
Deutsches Leitungswasser ist eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel überhaupt. Es enthält keine gefährlichen Keime und entspricht den gesetzlichen Grenzwerten. Was es jedoch enthält:
- Chlor und Chlorverbindungen: Zur Desinfektion eingesetzt – in der Leitung sinnvoll, im Körper nicht neutral
- Kalk (Kalzium und Magnesium): Stark schwankend je nach Region – sehr hartes Wasser kann die Nieren belasten
- Nitrat: Besonders in landwirtschaftlichen Regionen oft erhöht – nicht gut für Tiere mit empfindlichen Nieren
- Mikroplastik: In wachsendem Ausmaß in deutschem Leitungswasser nachgewiesen
- Rückstände von Medikamenten und Hormonen: Kläranlagen filtern diese nicht vollständig heraus
Wie Tiere auf Wasserqualität reagieren
Katzen sind bekannt dafür, wenig zu trinken – was chronische Dehydrierung und Nierenprobleme fördert. Viele Katzen verweigern stehende oder stark gechlorte Näpfe. Das ist kein Starrsinn, sondern ein Instinkt: In der Natur würden sie kein stehendes Wasser trinken.
Hunde sind weniger wählerisch, aber das bedeutet nicht, dass ihnen die Wasserqualität egal ist. Tiere mit sensiblem Verdauungssystem oder Nierenvorerkrankungen reagieren empfindlicher auf Nitrate, Chlor und Kalk.
Was du verbessern kannst
Gefiltertes Wasser: Ein einfacher Tischfilter (Aktivkohle) entfernt Chlor, Mikroplastik und verbessert Geschmack und Geruch – was dazu beiträgt, dass Tiere mehr trinken. Besonders Katzen nehmen gefiltertes Wasser deutlich besser an.
Trinkbrunnen für Katzen: Fließendes Wasser animiert Katzen zu deutlich höherer Trinkmenge. Im Sommer besonders wichtig, weil Dehydrierung die Nieren belastet. Die Investition lohnt sich – sie kann Nierenprobleme im Alter vorbeugen.
Wasser öfter wechseln: Im Sommer steht Wasser bei Wärme schnell still und wird keimbelastet. Napf täglich reinigen (kein Spülmittelrückstand) und frisch befüllen.
Kein Plastiknapf: Plastik kann Weichmacher und Bakterien aufnehmen. Edelstahl oder Keramik sind besser für das Wasser und leichter zu reinigen.
Wie viel Wasser brauchen Hund und Katze?
Hunde: ca. 50–60 ml pro Kilogramm Körpergewicht täglich – bei Hitze oder körperlicher Aktivität deutlich mehr. Ein 20-kg-Hund braucht also mindestens 1 Liter pro Tag.
Katzen: Ca. 40–60 ml pro kg täglich – was bei einer 4-kg-Katze etwa 200 ml entspricht. Wer Trockenfutter füttert, muss auf deutlich mehr Trinkwasser achten, da das Futter keine Feuchtigkeit liefert.
Meine Empfehlung für sauberes, gutes Wasser
Was ich für Wasserqualität empfehle – für die ganze Familie, einschließlich der tierischen Mitbewohner.
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