„No hoof, no horse – kein Huf, kein Pferd. Das weiß jeder Pferdemenschen. Aber was die wenigsten wissen: Hufqualität entsteht nicht durch Beschlag und Hufpflege allein, sondern von innen – durch Ernährung, Mineralien und Stoffwechsel.“
Rissige Hufe, brüchiges Horn, langsames Hufwachstum, Weißlinienschwäche, Strahlfäule – diese Probleme beschäftigen viele Pferdebesitzerinnen. Die häufigste Reaktion: mehr Hufpflegemittel, andere Beschlagstrategie, anderer Hufschmied. Dabei liegt die Ursache meistens tiefer: im Körper des Pferdes, in seiner Ernährung und Mineralversorgung.
Was Hufhorn wirklich braucht
Hufhorn ist ein spezialisiertes Epithelgewebe, das kontinuierlich nachwächst – beim gesunden Pferd etwa 7–10 mm pro Monat. Es besteht hauptsächlich aus Keratin, einem Strukturprotein. Für gute Hufqualität braucht der Körper:
- Biotin (Vitamin B7): Der wichtigste bekannte Einflussfaktor auf Hufhornqualität. Biotin verbessert die Vernetzung der Keratinfasern und macht das Horn widerstandsfähiger. Wirkung zeigt sich erst nach 6–9 Monaten (so lange braucht der Huf, sich komplett zu erneuern)
- Zink: Essentiell für Zellwachstum und Proteinbindung im Horn. Zinkmangel ist eine der häufigsten Ursachen für brüchige, weiche Hufe
- Methionin: Schwefelhaltige Aminosäure, wichtig für Keratinstruktur
- Kupfer: Stärkt Bindegewebe und fördert Quervernetzung im Horn
- Silizium: Unterstützt Hornfestigkeit und Elastizität
Hufrehe – wenn Ernährung und Stoffwechsel kollabieren
Hufrehe ist eine der gefährlichsten und schmerzhaftesten Erkrankungen beim Pferd – und eine der häufigsten. Obwohl sie sich am Huf zeigt, ist sie eine systemische Erkrankung: Störungen im Kohlenhydrat-Stoffwechsel, Insulindysregulation und chronischer Stress spielen eine zentrale Rolle.
Besonders gefährdet: Pferde mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Morbus Cushing). Hier ist die Ernährungsanpassung nicht optional, sondern lebensnotwendig.
Frühjahrsgras ist einer der häufigsten Auslöser – durch seinen hohen Fruktan- und Zuckergehalt. Übergewichtige Pferde, Ponys und Kaltblüter sind besonders anfällig.
Was praktisch hilft
Grundfutterkontrolle (Zuckergehalt von Heu analysieren lassen), gezielte Mineralergänzung (Biotin, Zink, Kupfer), Bewegung auf festem Untergrund, und bei Risikopferden: regelmäßige Blutkontrollen auf Insulin und Glukose.