„Wenn ich meinen Klientinnen erkläre, welche Mikronährstoffe sie brauchen, fragen manche: Gilt das auch für meinen Hund? Die Antwort überrascht viele: Ja. Fast alles, was für den menschlichen Körper wichtig ist, braucht auch der Hundekörper.“
Hunde und Menschen haben unterschiedliche Physiologie – aber dieselben biochemischen Grundprozesse. Zellen brauchen Energie. Muskeln brauchen Magnesium. Das Immunsystem braucht Zink und Vitamin C. Das Nervensystem braucht B-Vitamine. Die Knochen brauchen Kalzium und Vitamin D. Das gilt für uns – und es gilt für unsere Hunde.
Die häufigsten Mikronährstoffmängel bei Hunden
Magnesium: Essentiell für Muskel- und Nervenfunktion. Magnesiummangel zeigt sich bei Hunden durch Muskelzucken, Krämpfe, übermäßige Nervosität und Schlafunruhe – genau wie beim Menschen. Viele kommerzielle Hundefutter enthalten nicht genug bioverfügbares Magnesium.
Zink: Kritisch für Haut, Fell, Immunsystem und Wundheilung. Zinkmangel äußert sich typischerweise in schuppiger, verkrusteter Haut um Nase und Augen, stumpfem Fell und häufigeren Infekten. Besonders Huskies und andere nordische Rassen haben oft einen genetisch bedingten erhöhten Zinkbedarf.
Vitamin D: Hunde können Vitamin D kaum über die Sonne synthetisieren – im Gegensatz zu Menschen. Ihr Fell blockiert die UV-Strahlung zu stark. Vitamin D muss bei Hunden über die Ernährung zugeführt werden. Mangel führt zu schwachen Knochen, geschwächtem Immunsystem und Muskelproblemen.
Omega-3-Fettsäuren: Entzündungshemmend, gut für Haut und Fell, wichtig für Gehirn und Herz. In vielen Fertigfuttern nicht ausreichend enthalten. Leinöl oder Fischöl können ergänzt werden.
Warum Fertigfutter oft nicht ausreicht
Die meisten kommerziellen Hundefutter sind auf Mindestanforderungen ausgelegt – auf das, was Hunde am Leben erhält, nicht das, was sie optimal versorgt. Verarbeitungsprozesse (Erhitzen, Trocknen, Extrudieren) zerstören einen erheblichen Teil der Mikronährstoffe. Was auf der Verpackung steht, ist der Gehalt vor der Verarbeitung – nicht das, was im Napf ankommt.
Dazu kommen individuelle Unterschiede: Alter, Rasse, Aktivitätsniveau, Stresslevel und Gesundheitszustand beeinflussen den Bedarf erheblich. Ein alter Labrador mit Gelenkproblemen hat andere Bedürfnisse als ein junger, aktiver Schäferhund.
Was ich empfehle
Sinnvolle Ergänzungen – immer in Absprache mit dem Tierarzt – können den Unterschied machen. Dabei gilt: Qualität über Quantität. Günstige Supplements mit schlechter Bioverfügbarkeit bringen wenig. Hochwertige, gut bioverfügbare Mikronährstoffe in der richtigen Dosierung sind wirkungsvoll.